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Der Border Terrier
Der Border Terrier ist "DER KLEINE HUND
GANZ GROSS". Als ich mit meiner Genie das erste Mal zum Tierarzt kam,
sagte dieser "Ah, der Hund mit dem grossen Kopf und dem grossen Herz". Ich war
ganz verdutzt und dachte an eine Anomalität. Als ich zurückfragte, sagte er,
"der meint, er sei ein Schäferhund".
Der Border Terrier ist ein "Schaf im Wolfspelz". Obwohl sehr tapfer und mutig,
hat er eine sehr verletzliche Seele, er ist ein reines Mimöschen. Er möchte
seinen Leuten Freude bereiten und mag es gar nicht, wenn er hart angefasst wird.
Was macht einen Border einen Border und wo
liegen seine Wurzeln?
Der Border Terrier ist einfach ein wunderbarer Hund, nicht mehr und nicht
weniger. Lt. Standard ist er ein Arbeitshund. Unter den Kaninen ist er aber der
beste Begleiter und Freund, den man sich denken kann, aber trotzdem darf man die
typischen Terrier-Eigenschaften nicht ausseracht lassen. Der Border Terrier ist
kein Hund für jedermann, und bevor man sich für einen Border Terrier
entscheidet, sollte man sich genauestens über die Rasse informiert haben. Wenn
man weiss, auf was man sich bei diesem kleinen Kerl einlässt, hat man einen
absoluten Freund für viele Jahre, will man aber einen Hund, weil er so süss
aussieht, berücksichtigt nicht von vornherein seinen Jagdtrieb und verurteilt ihn zum Stubenhocker, sollte man sich besser für einen
anderen Hund entscheiden, denn es würde für beide, Meister und Hund, keine
Freude, sondern vielmehr Frust. Der Border Terrier braucht viel Bewegung,
stundenlange Spaziergänge oder Hundesport, wie Agility, Fly Ball, Obedience oder
was auch immer.
Er ist friedfertig, liebenswert, kinderliebend, nicht aggressiv, intelligent,
tapfer, mutig, wendig und bewegungsfreudig.
In der Hundewelt von heute mit all ihren Hunde-Schönheiten ist der Border
Terrier ein Meister im tiefstapeln. Er sieht fast gewöhnlich aus und Leute, die
nicht mit der Rasse vertraut sind, halten ihn oft für einen Mischling. Er ist
ziemlich pflegeleicht, wöchentliches Bürsten und zwei- bis dreimal Trimmen pro
Jahr ist ausreichend.
Temperament
Der Border Terrier ist temperamentvoll und intelligent, er ist knochenhart und
furchtlos, tapfer und mutig. Er lernt schnell und hat die Fähigkeit selbst zu
denken. Das Temperament des Border Terriers unterscheidet sich von dem der
anderen Terrier. Manche Terrier, die hauptsächlich alleine jagen, sind recht
aggressiv. Da der Border Terrier friedlich mit den Foxhounds in der Meute ging,
durfte er nicht aggressiv sein. Er zeichnet sich durch sein ausgeglichenes
Temperament, seine liebenswerte Art, seinen Gehorsam und seine Lernbereitschaft
aus. So mancher vermisst bei seinem Border das ungestüme Terrier-Temperament.
Wenn man sich den Border genau ansieht, so sieht man in ihm den
liebenswerten, arbeitsfreudigen kleinen Kerl in seinem meist braunen Fell, mit
dem Schalk im Nacken, der seine Freunde und sein Umfeld über alles liebt. Er ist
freundlich zu jedermann, gleich ob Zwei- oder Vierbeiner, solange es keine
Vierbeiner zum Jagen sind.
Zuhause verträgt sich der Border sogar mit dem Haustiger, vor allem, wenn dieser
vor ihm da war. Jedoch Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder andere kleine
Tiere sollte man besser von ihm fernhalten. Aber auch hier gibt es Ausnahmen,
wie auf Bildern bei
GlenMara (Fotos Valentime)
zu sehen ist.
Trimmen
Der Border Terrier sollte ca. zweimal im Jahr getrimmt werden. Er verliert nicht
- wie andere Rassen - seine Haare. Beim Trimmen wird das tote Deckhaar mit der
Hand ausgezupft. Wenn richtig gemacht, tut es dem Hund nicht weh, im Gegenteil,
er ist froh, das juckende Haar loszuwerden. Der Arbeitsborder scheuert das tote
Haar an Bäumen und Zäunen mit einem gewissen, natürlichen Trimmerfolg.
Zurück zur Natur kann für manche Besitzer auch die Devise sein, d.h. nichts am
Fell tun, nur wöchentliches Bürsten. Allerdings schön ist etwas anderes, und ein
solcher Border Terrier ist dann nicht mehr als ein solcher zu erkennen, er
gleicht eher einem zotteligen Strassenhund.
Ein Border Terrier darf nicht geschoren werden, obwohl dies einfacher erscheint.
Scheren schadet dem Fell in Farbe und Struktur, da es nicht das tote Haar
entfernt, sondern nur kürzt. Manche Trimmer greifen zu Schermitteln, daher ist
es wichtig, sich vorher zu erkundigen, ob er Erfahrung im Trimmen eines Border
Terriers hat.
Eine sehr gute Trimmanleitung ist zu finden bei
www.borderland-senne.de
Gesundheit
Der Border Terrier gilt als robuste, gesunde Rasse. Gutes Futter, genügend
Bewegung und Sport, regelmässiges Trimmen und die jährlichen Routinebesuche beim
Tierarzt zum Impfen und die vorsorgliche Wurmbehandlung sind die Voraussetzung
für den gesunden Hausfreund. Er hat eine Lebenserwartung von ca. 15 Jahren. Aber
trotz seiner besagten Gesundheit kann es zu vererbten Problemen kommen, wie
Hüft-Dysplasie
(HD), Herzkrankheiten,
Krämpfigkeit (CECS) und Progressive
Retina Atrophie (PRA).
Da auch meine Lovely eine vererbte HD (Grad D) hat, habe ich mich im Internet
näher mit diesem Problem beschäftigt und war erschrocken, dass bei einer Rasse,
die heute immer noch nicht geröntgt werden muss, da HD bei ihr nicht vorkommt,
von 1'327 geröntgten Border Terriern nur 19 % gut waren und 4 % HD hatten, alle
anderen waren noch befriedigend (s.
OFA Ranking)
So mancher mag jetzt sagen, "nur" 4 % hatten HD. Ja, wenn man bedenkt, dass bei
dem Mops mehr als 60 % HD haben, sind 4 % wenig. Man sollte aber auch die andere
Zahl von 77 % sehen, die auch nicht gerade gut waren, und die 4 % können sich
noch verschlechtern, wenn nicht darauf achtet, dass auch Border Terrier geröntgt
werden und nicht die von HD befallenen Hunde mit Hunden ohne oder mit Hunden mit
geringer HD zusammengebracht werden und der jetzt noch verhältnismässig geringe
Prozentsatz eskaliert.
Résumé - Warum ist der Border kein Hund für
jedermann?
Der Border Terrier ist nicht für Leute, die einen "Gelegenheits"-Hund möchten.
Wenn ein Border Terrier nicht Teil seiner Familie ist, ist er nicht glücklich.
Den ganzen Tag eingesperrt in den Zwinger macht ihn zum Kläffer, und wenn er
kläfft, wird es in der ganzen Nachbarschaft gehört. Er hat ein extra lautes
Gebell, da man ihn auch hören muss, wenn er sich in einem Fuchsbau befindet.
Wenn er zurückgelassen wird auf dem eingezäunten Grundstück, wird er nach einer
Gelegenheit suchen, ob buddeln, springen oder klettern, um herauszukommen, er
wird immer eine Möglichkeit finden. Für den Border Terrier ist kein Zaun zu hoch
und keine Böschung zu tief. Vor Autos weicht er nicht aus, sondern im Gegenteil,
er geht auf sie zu und wird dabei meistens wegen seiner Grösse übersehen und
überfahren.
Border wurden als Jagdhunde gezüchtet, und je älter sie werden, desto mutiger
werden sie, auch mutiger auszureissen, besonders wenn sie zu zweit sind. Sie
wurden gezüchtet, um weite Distanzen mit den Foxhounds zurückzulegen, so ist ihm
nichts zu weit. Sie wurden gezüchtet, um für sich selbst zu denken, was eine
besonders schöne aber auch besonders frustrierende Eigenschaft sein kann, denn
ihr Radius ist sehr gross, und das heisst dann erst mal lange Warten. Wenn man
ihm sagt "bleib", wird er es solange tun, bis er meint, dass er genug gewartet
hat. Zu hartes Anpacken und Zurechtweisen ist nichts für einen Border Terrier.
Er ist eine kleine Mimose, d.h. er ist sehr empfindlich. Er will immer
seinen Menschen erfreuen.
Aktive Border die ständig gefordert sein wollen, liegen selbst nach
stundenlanger Bewegung nicht einfach zu Hause darnieder und sind ruhig. Sie sind
wie Sprungbälle, springen auf und nieder, immer wieder, bellen, wenn jemand an
der Tür klingelt, und jeder Besucher wird dann überschwänglich begrüsst. Es gibt
kein ein einfaches Hallo, und dann ab ins Körbchen. Manche Border überfallen den
Besuch mit Küssen. Alle vier Füsse auf dem Boden zu halten, ist ein ständiger
Kampf, den so mancher Besitzer nach einer gewissen Zeit aufgibt. Wenn man einen
Hund will, der nicht an einem hochspringt, darf man keinen Border Terrier
wählen.
Border Terrier haben ein sehr starkes Gebiss. Sie wurden gezüchtet, um Füchse
und kleine Raubtiere zu töten. Etwas zerkauen und dabei kaputtmachen können
schon die Welpen, und es gibt kaum ein Spielzeug, das "Border"-sicher ist.
Decken, Kissen und Teppiche sind nicht immer sicher vor ihnen.
Im allgemeinen kommt der Border gut mit anderen Hunden und auch der
Familienkatze aus, besonders, wenn die Katze zuerst dort war. Sie werden aber
eine streunende Katze, oder eine Katze, die in ihr Territorium eindringt, jagen
und viele sogar töten. Meerschweinchen oder sonstige kleine Pelztiere im Haus,
sind vor ihnen nicht sicher.
Border Terrier rennen, wenn sie ohne Leine laufen, fort. Auch der
besttrainierte, gehorsamste Border Terrier wird einer Katze, einem Eichhörnchen
oder sonstigem Jagbaren nachjagen. Und je älter sie werden, um so mehr nutzen
sie die Gelegenheit des Jagens. Mehr Border Terrier werden von Autos überfahren
als dass sie an einer Krankheit oder Altersschwäche sterben.
Ein Border Terrier ist ein Hund für aktive Leute.
Richtig eingesetzt und verstanden vermittelt er nur Freude, die er seinen
Besitzer immer wieder spüren lässt ! Einmal ein Border Terrier, immer ein Border
Terrier !
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