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Sommerzeit - Ferienzeit
Wie schön, endlich Ferien, so dachten auch wir, als wir im
Frühling nach Frankreich fuhren. Es hat uns allen gut
gefallen, und es ging allen gut. Aber jetzt, nach fast drei Monaten, bekam
ich einen grossen Schreck.
Nach der Narkose beim Röntgen auf
HD und ED, habe ich festgestellt, dass Sweety's Zunge und das Zahnfleisch extrem
blass sind und auch ein Druck auf das Zahnfleisch keinerlei Rötung zeigte. Unser
Tierarzt nahm Blut und bereits nach ca. 2 Stunden rief er zurück, dass ihr
Blutbild äusserst schlecht sei, zuviele Leukozyten, Verminderung der roten
Blutkörperchen, wenig Hämoglobin und ein niedriger Hämatokritwert. Die
serologische Blutuntersuchung ergab einen Babesia-Titer von 1:80, d.h. Sweety
hat eine Babesiose.
Wir waren in Frankreich, in einem Babesiose-gefährdeten Gebiet.
Normalerweise beträgt die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem
Auftreten der Krankheitssymptome 7 - 21 Tage. Bei Sweety waren aber
bereits seit dem Besuch in Frankreich gut 70 Tage vergangen. Auch
zeigte sie die normalerweise feststellbaren Symptome, wie Apathie,
übermässige Müdigkeit und Fressunlust nicht. Im Gegenteil, sie frass nach
wie vor "wie ein Scheunendrescher", so dass es wirklich ein grosses Glück
war, dass die Blutarmut (Babesiose) nach der Narkose festgestellt wurde.
Nach diesem erschreckenden Befund liess ich auch das Blut von Genie und
April auf einen Babesia-Titer untersuchen. April's Babesia-Titer ist
negativ, aber auch Genie, bei der ich in letzter Zeit eine gewisse Unlust
auf unseren Spaziergängen festgestellt habe, hat einen Titer von 1:80. Auch
sie hat jetzt die lebensrettende Injektion Carbesia erhalten.
Was ist die Babesiose (Babesia canis) oder auch
Pyroplasmose
Die Babesiose ist, wenn die roten Blutkörperchen bereits angegriffen sind,
lebensbedrohlich. Es gibt zwar einen Impfstoff (Imizol oder Carbesia), der in
Deutschland und in der Schweiz noch nicht für jeden Tierarzt erhältlich ist. Er
muss erst angefordert werden, und das dauert im allgemeinen länger als 10 Tage,
was bedeutet, dass jede Hilfe für das erkrankte Tier oft zu spät kommt.
(siehe hierzu die
Geschichte
von Joey und Aischa)Sweety hatte
Glück, unser Tierarzt hatte den Impfstoff und Sweety bekam unmittelbar nach dem
Nachweis der Babesiose Carbesia injiziert.
...und woher kommt die Babesiose?
(s.hierzu "Wichtige
Information über Zecken beim Hund")
Die Babesiose wird durch Zecken
übertragen. Es gibt weltweit ca. 850 verschiedene Zeckenarten und mindestens
70 unterschiedliche Babesiose-Arten. Mindestens zwei dieser Babesiose-Zecken
können für unsere Hunde und auch für uns Menschen gefährlich sein. Die braune Hundezecke
und/oder die Auwaldzecke (Rhipicephalus
sanguineus, Dermacentor reticulatus, Haemaphysalis und Ixodes). Die Auwaldzecke
ist grösser, als der in unseren Wäldern allgemein bekannte Holzbock (Ixodes
ricinus), der Überträger der Hirnhautentzündung und Lyme-Borreliose ist. Das Männchen
der Auwaldzecke hat
einen "schildpattähnlichen, fleckigen Rücken", daher hat sie auch u.a. den Namen
"bunte Zecke".
Da diese Zeckenart vermehrt im Mittelmeerraum zu finden war, findet man auch
den Namen Mittelmeerzecke. Der Mittelmeerraum ist aber schon längst nicht
mehr allein das Gebiet dieser Zecken. Durch die zunehmende Reiselust und die Klimaveränderung, hat sie sich stark verbreitet, sie kommt vermehrt in ganz
Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Ungarn und auch immer häufiger in Deutschland und der Schweiz
vor. Zecken mögen warme Gebiete und hohe Luftfeuchtigkeit. Sie verkriecht
sich, wenn es zu trocken ist oder nach längeren Frostperioden.
Im allgemeinen spritzen die Zecken ihr Gift durch mehrere Stiche, aber
bei der Auwaldzecke wird die Infektion bereits bei dem ersten Stich
übertragen.
Die Zecke kann 2 - 3 Jahre alt werden. Die R. sanguineus kann in Räumen über
Monate infektiös bleiben. |
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| Hunde- oder Auwaldzecke |
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| Holzbock |
Wenn der Hund eine infizierte Zecke verzehrt, so kann es
zur Hepatozoonose kommen. Wird bei einem Hund die Hepatozoonose
festgestellt, sollte er ebenfalls - wie bei der Babesiose - mit Carbesia
geimpft werden.
Vorbeugung
Ich bin zwar ein Gegner von den chemischen Keulen, aber in diesem
Fall scheinen diese das einzige Mittel zu sein, das hilft ! Das vielgerühmte
natürliche Zeckenmittel Knoblauch und Hefe ist kein ausreichender Schutz
! Welche Mittel bieten aber anscheinend einen Schutz ? Zeckenhalsband: Scalibor,
Preventic, Parasitex oder Spot-on: EX-spot oder Frontline. Es gibt auch eine
Impfprophylaxe (Pirodog): Erste Impfung 4-5 Wochen, Wiederholung eine Woche vor
Reisebeginn.
Diese Mittel bieten einen Schutz vor klinischer Erkrankung. Einen endgültigen
Schutz gibt es aber nicht, vereinzelt sind trotz der obigen Zeckenprophylaxe noch Fälle
der Erkrankung vorgekommen.
Auf jeden Fall sollte der Hund nach einem Spaziergang durch Wald und
Flur gründlich auf Zecken untersucht werden. Zur Entfernung der sich
festgesetzten Zecke habe ich die verschiedenen Zeckenzangen ausprobiert,
mit denen ich aber nicht so gut zurechtkam, wie mit diesen ! Näheres
auch hierzu unter otom |
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Es gibt noch andere Krankheiten, über die zu berichten
wäre, aber das führt hier zu weit.
Zecken sitzen nicht in den Bäumen und lassen sich irgendwann
hinunterfallen, wie verschiedentlich angenommen wird, sondern sie lauern im
Unterholz, in den Wiesen, an Wegrändern und Büschen. Sie sind überall.
Ausser Zecken gibt es aber noch andere Parasiten als
Überträger von heimtückischen Krankheiten:
Sandmücken. Sie kommen bei
Dämmerung und suchen ihre Opfer. Sandmücken sind ca. 2 mm grosse
Stechmücken. Sie heissen im übrigen nicht Sandmücken, weil sie sich im
Sand aufhalten und dort ihre Blutmahlzeit suchen, wie kürzlich ein
Bekannter, den ich mit seinem Hund im Wald traf, meinte. Er sagte, er
habe keine Probleme, offensichtlich durch das harsche Fell sei sein Hund
wohl nicht anfällig. Er sei in Spanien teilweise 5 Stunden am Strand
durch den Sand mit dem Hund spazieren gegangen, und sein Hund sei auch
von keiner einzigen Mücke dabei gestochen worden.
Die Sandmücke hat ihren Namen wegen ihres "sandfarbigen" Aussehens. Aus
dem europäischen Mittelmeerraum sind 23 verschiedene Sandmücken-Arten
nachgewiesen. Es ist eine Schmetterlingsmücke (Phlebotomus-Arten).
Auch bei dieser Mücke war man bislang der Meinung, dass sie fast
ausschliesslich in den Mittelmeergebieten Frankreich, Spanien und
Italien vorkommt, aber in letzter Zeit hat sie ihren Einzug mehr und
mehr auch in unsere Breiten, Deutschland, Österreich und Schweiz
verlegt.
Die Sandmücken übertragen, besonders bei immungeschwächten Tieren, die
ebenfalls gefährliche Leishmaniose. Bei der Leishmaniose kommt es
sehr oft zu nicht juckenden Hautveränderungen häufig an
Ohrrändern, Nasenrücken und Augen (Brillenbildung) sowie
Niereninsuffizienz, ausserdem können Milz und Leber angegriffen werden.
Zur Vorbeugung gegen die Leishmaniose hilft ebenfalls ein
Zecken-Halsband. Der im "Scalibor"-Halsband enthaltene Stoff
Deltamethrin bietet einen guten Schutz. (s.
hierzu auch Hundezeitung.de) |
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Prozessionsraupe Die Raupe hat ihren Namen, weil sie als oft in
reihenförmigen Kolonien (Prozessionen),
eine dem Ende der anderen folgend, umherwandern. Auch diese Spezies fand
man bis vor einiger Zeit nur in Pinienwäldern in Frankreich, Spanien
etc., aber vermehrt mögen sie auch die deutsche Eiche, Buche und andere
Laubbäume. So sind sie in letzter Zeit vermehrt in Österreich und
Deutschland vorgekommen.
Die Raupen tragen bis zu 600.000 giftige Haare, die für Mensch und Tier
gefährlich sein können, und zwar nicht nur durch den direkten Kontakt,
sondern auch durch die Luftverwehungen. Beim Menschen rufen sie starke
Hautreizungen und Allergien, Asthma etc. hervor und beim Hund, wenn er
in seiner Neugier mit der Nase und der Schnauze Kontakt aufnimmt,
schwere Vergiftungen im Mund - Zerfressen
der Zunge.
Was diese niedlichen Dinger bewirken, habe ich in
diesem Frühjahr selbst gespürt. Lady in ihrer Neugier lief im Wald
zurück und beschnüffelte einen Haufen Prozessionsraupen. Von der Gefahr
wissend putzte ich intensiv ihr Schnäuzchen, ihr Köpfchen und das Fell
ab und auch noch im Maul, mit dem Ergebnis, dass mir bereits auf dem
Nach-Hause-Weg die Hand entsetzlich juckte, am nächsten Morgen war meine
Hand ganz rot und geschwollen, und ich hatte rote, blasrige Flecken an
verschiedenen Stellen des Körpers und im Gesicht. Ausserdem bekam ich
Schüttelfrost. Der Arzt versorgte mich dann mit Antibiotika und
Cortison. Mit dieser Gewaltkur hörte nach ein paar Tagen endlich das
Jucken auf und das Fieber verschwand. |
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Zum Schluss noch ein Wort zur "zu schützenden" Kröte
und zum Feuersalamander:
Auch die Kröte ist äusserst gefährlich. Sie hat hinter ihren Ohren
Giftdrüsen, die beim Kontakt durch den Hund lebensbedrohlich werden können.
Bereits vor Jahren las ich die Geschichte eines kleinen, gerade 2-jährigen
Border Terriers, der durch den unmittelbaren Kontakt mit einem
Feuersalamander elendig gestorben ist. Der Feuersalamander hat - wie die
Kröte - hinter dem Ohr giftige Drüsen, aus denen er, wenn er sich bedroht
fühlt, sein Gift sprüht. Für unsere Hunde ist er schon durch seine Farbe
sicherlich sehr interessant und wenn er sich dazu noch bewegt, ruft er
natürlich die Neugier unserer kleinen Lieblinge hervor.
DAHER BEGEGNUNGEN MIT OBIGEN SPEZIES MÖGLICHST VERMEIDEN - V O R S
I C H T !!!!
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